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Guy Nattiv, USA, 2019o

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Erzogen von zwei glühenden Anhängern der White-Supremacy-Ideologie, trägt Bryon Widner den Hass tief im Herzen und sichtbar als Tattoos auf der Haut. Als er die dreifache Mutter Julie kennen- und lieben lernt, die der rechten Szene gerade den Rücken zugekehrt hat, will er ebenfalls aussteigen.

Der einstige Kinderstar Jamie Bell spielt mit beeindruckend Präsenz und kahlrasiertem Schädel den Ziehsohn eines überzeugten US-Neonazi-Clans: Aber Bryon Widner will aussteigen aus diesem Leben zwischen Hass und Gewalt, das sich auch auf seiner Haut manifestiert. Wie langwierig und schmerzhaft die Entfernung der White-Supremacy-Tattoos ist, und viel mehr noch der Abschied aus dem einzigen Dasein, das man je gekannt hat, davon erzählt der israelische Regisseur Guy Nattiv in seinem englischsprachigen Debüt: dramaturgisch bisweilen etwas holprig, vor allem dank Bell aber elektrisierend.

Annett Scheffel

Symbolkräftig inszeniert der israelische Regisseur Guy Nattiv die wahre Geschichte in seinem ersten US-Spielfilm. Dabei nutzt er die Wucht seiner Geschichte voll aus, unterstützt von guten Darstellerinnen und Darstellern. Allen voran Jamie Bell (Billy Elliot), den man hinter den Tätowierungen zuerst kaum erkennt.

Matthias Lerf

Véritable choc émotionnel, Skin dénonce avec vigueur la présence des groupuscules extrémistes et néo-nazis aux États-Unis, mais sans pour autant nier la possibilité d’un pardon. Jamie Bell y est extraordinaire dans le rôle de Bryon Widner !

La Rédaction

Galerieo

06.10.2019
© Alle Rechte vorbehalten Süddeutsche Zeitung. Zur Verfügung gestellt von Süddeutsche Zeitung Archiv
Neue Zürcher Zeitung, 23.07.2019
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13.08.2017
© Alle Rechte vorbehalten Süddeutsche Zeitung. Zur Verfügung gestellt von Süddeutsche Zeitung Archiv
Tages-Anzeiger, 20.07.2019
Ausgetanzt – Billy Elliot spielt jetzt einen Neonazi

Darsteller Jamie Bell brilliert nicht nur als Rechtsextremer in «Skin», auch als bester Freund von Elton John in «Rocketman» macht er eine gute Figur.

Von Matthias Lerf

Keiner kennt ihn so. Von der Stirn bis zu den Zehenspitzen ist er tätowiert. Der Blick ist leer, der Mund verkniffen. Wenn er ihn auftut, schreit er rechtsextreme Parolen. Seine Wut lässt er an allen aus, die ihm in den Weg kommen. Klar, dass er so Furcht verbreitet. «Ich hatte ja selber Angst, wenn ich mich im Spiegel sah», sagt Jamie Bell.

Der britische Schauspieler, der in «Skin» einen Neonazi spielt, tanzte sich mit seiner allerersten Filmrolle in die Herzen des Publikums: Er spielte den Arbeiterjungen Billy Elliot, der gegen den Willen des Vaters nicht den Boxunterricht besucht, sondern das Ballett. «Billy Elliot» wurde zu einem Filmhit, aber das ist 19 Jahre her. Jamie Bell, inzwischen 33 Jahre alt, weiss es genau: «Ach, schreiben Sie doch bitte, das sei letztes Jahr gewesen. Ich weiss auch nicht, wie die Zeit so schnell vergangen ist.»

Es ist ja nicht so, dass Jamie Bell nach dem Welterfolg nichts mehr gedreht hätte. Im Gegenteil, er arbeitete für so renommierte Regisseure wie Steven Spielberg (war dort der rasende Reporter im «Tintin»-Film), Clint Eastwood (als junger Soldat in «Flags of Our Fathers») und Lars von Trier (als sehr entspannter Sadist in «Nymphomaniac»).

Gegenwärtig ist er auch im Elton-John-Film «Rocketman» zu sehen, wo er als Freund und Songschreiber Bernie Taupin so etwas wie der ruhende Pol im schrillen Film ist. Inzwischen wird er dafür bereits als Oscaranwärter für die beste Nebenrolle gehandelt. Trotzdem begleitet ihn Billy Elliot ständig. Aber die Vermutung, er habe die teuflische Rolle in «Skin» gewählt, um das Balletjungen-Image endgültig loszuwerden, weist er weit von sich. Was ihn interessierte, war die Veränderung seines Gesichts.

«Manche Menschen attestieren mir seit der Beginn meiner Karriere, ich hätte ein Engelsgesicht», erzählt Jamie Bell, «inzwischen habe ich herausgefunden, dass es mit meinen Ohren zu tun haben muss.» Ihn habe überrascht, wie man aus diesem Engel rein optisch einen Teufel machen kann.

Nattiv hat bereits einen Oscar gewonnen

«Skin» ist die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte von Bryon Widner, sozusagen dem Juniorchef einer rechtsextremen Clique, die im US-Hinterland Angst und Schrecken verbreitet. Nach der Begegnung mit einer Frau und ihren Kindern beginnt er umzudenken und versucht auszusteigen. Das dokumentiert er auch äusserlich: In einem langwierigen und schmerzhaften Prozess lässt er sich die Tattoos mit ihren extremen Parolen und Symbolen am ganzen Körper wieder entfernen.

Klar ist das plakativ. Der israelische Regisseur Guy Nattiv setzt in seinem ersten US-Spielfilm nicht auf Subtilitäten, sondern auf die Wucht der Inszenierung und des Spiels der exzellenten Schauspieler. Nattiv darf sich seit diesem Winter übrigens Oscargewinner nennen, er gewann die Auszeichnung für den besten Kurzfilm. Dieser hiess ebenfalls «Skin» und spielt in einer ähnlichen Szene wie jetzt der Kinofilm. Auch darin gings um Hass und Tätowierungen.

Um diese anzubringen, sass ­Jamie Bell drei Stunden in der ­Maske. «Regisseur Nattiv hatte ursprünglich viele Nacktszenen geschrieben, die wir aus Budgetgründen bald einmal zu streichen begannen», berichtet der Schauspieler. So konnte das Verfahren abgekürzt werden. «Manchmal habe ich die Tätowierungen auch behalten und bin so auf die Strasse gegangen. Ich wollte herausfinden, wie sich das anfühlt.» Wie? «Gespenstisch. Die Menschen fürchteten sich offensichtlich wirklich vor mir. Sogar meine Frau sagte mir manchmal am Abend, ich solle mich beruhigen, ich sei viel aufbrausender als sonst.»

Bell liebt Arsenal und hasst alle anderen Clubs

Verheiratet ist Bell mit der Schauspielerin Kate Mara («House of Cards»), die beiden haben seit dem Frühling eine Tochter. Er ist einer der sanftmütigsten und offensten Schauspieler in der Szene. Aber auch er kennt das Gefühl, sich in einer anonymen Masse mitreissen zu lassen: «Wenn ich zum Fussball gehe, liebe ich mein Team Arsenal und hasse alle anderen. Ganz besonders Tottenham.»

Und das Tanzen, hat er das aufgegeben? Nein, er trainiert ab und zu, die Körperlichkeit kommt ihm auch in Rollen wie «Skin» zugute. Auch auf der Leinwand möchte er es wieder einmal tun: «Fürs Leben gerne würde ich Fred Astaire spielen, diesen eleganten, klassischen Tänzer einer längst vergangenen Ära.» Auch das traut man ihm sofort zu.

© Alle Rechte vorbehalten Tages-Anzeiger. Zur Verfügung gestellt von Tages-Anzeiger Archiv
The Guardian, 09.09.2018
© Alle Rechte vorbehalten The Guardian. Zur Verfügung gestellt von The Guardian Archiv
Variety, 07.09.2018
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Le Bleu du Miroir, 08.10.2019
© Alle Rechte vorbehalten Le Bleu du Miroir. Zur Verfügung gestellt von Le Bleu du Miroir Archiv
Videokritik
/ SRF
de / 25.07.2019 / 02‘08‘‘

Reportage: Rechtsextremismus in den USA: Die Geister der Vergangenheit
/ ARTE
de / 09.11.2017 / 24‘26‘‘

Reportage: Neonazis in den USA
/ Spiegel TV
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My descent into America's neo-Nazi movement & how I got out
/ TEDx Talks
en / 19.12.2017 / 20‘30‘‘

Charlottesville: Race and Terror
/ Vice
en / 13.08.2017 / 22‘04‘‘

Interview with former neo-Nazi Christian Picciolini
Von / National Public Radio
en / 6‘24‘‘

Filmdateno

Genre
Drama
Länge
117 Min.
Originalsprache
Englisch
Bewertungen
cccccccccc
ØIhre Bewertung6.9/10
IMDB-User:
7.0 (11699)
Cinefile-User:
< 10 Stimmen
KritikerInnen:
6.7 (3) q

Cast & Crewo

Jamie BellBryon Widner
Danielle MacdonaldJulie Price
Daniel HenshallSlayer
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Bonuso

iGefilmt
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gGeschrieben
Besprechung Süddeutsche Zeitung
Annett Scheffel
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Besprechung Neue Zürcher Zeitung
Jürg Zbinden
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Bericht über Amerikas Rechtsextreme
Süddeutsche Zeitung / Jana Anzlinger und Veronika Wulf
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Porträt von Jamie Bell
Tages-Anzeiger / Matthias Lerf
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Besprechung The Guardian
Charles Bramesco
s
Besprechung Variety
Dennis Harvey
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Besprechung Le Bleu du Miroir
Amandine Dall'omo
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hGesprochen
Interview with former neo-Nazi Christian Picciolini
National Public Radio / en / 6‘24‘‘
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